Film | Malavita – The Family (Kritik + Trailer)

Malavita - The Family Poster

Handlung: Die Bewohner des kleinen abgelegenen Dörfchens in der französischen Normandie staunen nicht schlecht über ihre neuen Nachbarn: Die vierköpfige Familie aus den USA zieht mit Pomp ins vorher leerstehende Häuschen ein und bringt frischen Wind ins Kaff. Was keiner ahnt: In Wirklichkeit sind die Blakes gebürtige Italiener und lebten lange Zeit in New York, wo Familienoberhaupt Giovanni Manzoni, alias Fred Blake, ein respektiertes Mafiamitglied war. Doch nachdem er in einem Prozess gegen nahezu alle ehemaligen Freunde ausgesagt hat, trachtet man ihm nach dem Leben. Dank Zeugenschutzprogramm kann er nun mitsamt Frau und zwei Kindern ein unauffälliges Leben führen. Dumm nur, dass sich seit dem Einzug die Unglücksfälle häufen. Ein kleiner Supermarkt explodiert, der Klempner findet sich nach einem Besuch bei den Blakes im Krankenhaus wieder und auch in der Schule gibt es reichlich Verletzte. FBI-Agent Stansfield, der die Familie ständig im Auge behält, muss Fred zunehmend bremsen, als der auch noch auf die Idee kommt, seine Memoiren über das aufregende Leben als Mafiosi zu schreiben. Schließlich kommt, was kommen muss: Die einst Verratenen finden heraus, wo ihr Erzfeind sich versteckt.

Kritik: Die Mafia ist seit jeher ein gern verwendetes Thema in Filmen. Kein Wunder, birgt es doch viel Stoff für rasante, spannende oder auch brutale Szenarien, die durch die Annahme, dass es so oder so ähnlich wirklich bei der leibhaftigen Mafia abläuft, noch reizvoller werden. Wie das Leben für jemanden weitergeht, der sich aus Selbstschutz von der Verbrechensorganisation abwendet, zeigt die US-amerikanische-französische Koproduktion „Malavita – Die Familie“ in vorwiegend komödiantischer Art und Weise. Die Namen der am Film Beteiligten liest sich wie das Who-is-Who Hollywoods: Regie führte Luc Besson, Martin Scorsese produzierte, in den Hauptrollen sind Robert de Niro als Ex-Mafioso und Tommy Lee Jones („Lincoln“) als mürrischer Agent sowie Michelle Pfeiffer („Dark Shadow“) als „Gangsterbraut“ zu sehen. Doch was hohe Erwartungen erzeugt, offenbart einige Schwächen. Das liegt vor allem an der Handlung. Die Idee, dass alle vier Familienmitglieder ihre ganz eigenen Erfahrungen als Neubürger der Normandie machen, funktioniert nicht so recht. Denn dadurch entstehen mehrere kleine Handlungsstränge, die sich später größtenteils verlieren. Skurril soll es wohl wirken, dass sie als knallharte Mafia-Familie allesamt ihre Probleme mit Gewalt lösen und drauf hauen bis das Blut spritzt – nur Maggie macht es mittels Explosion „eleganter“ – doch die Figuren sind doch zu ernst angelegt. So soll man beispielsweise die hübsche Tochter Belle ernst nehmen, wenn sie sich Hals über Kopf verliebt, doch im Vorfeld hat sie sich vom Publikum längst distanziert, als sie wegen eines pinken Federmäppchens unerbittlich zuschlägt.

Immer mal wieder gibt es recht gelungene Einfälle, die in gute Filmszenen umgesetzt sind, beispielsweise wenn ein Trupp Mafiosi in Zeitlupe und bei cooler Musik von der Band Gorillaz aus dem Zug steigen und sich bedrohlich umsehen oder wenn Fred wunderbare Fantasievorstellungen hat, wie er seinem Ärger gerne Luft machen würde. Leider sind diese Dinge Mangelware, meist erzeugt „Malavita – Die Familie“ nur schwache Lacher und besonders große schauspielerische Leistungen erfordern die eher eindimensionalen Charaktere auch nicht gerade. Vor allem De Niro hat wohl vor allem mitgemacht, da er seit langem prädestiniert für das Image eines Mafia-Anhängers ist. Punkten kann dann allerdings wieder das Finale, in dem es spannend und zum Teil richtig dramatisch zugeht. Hier kann vor allem Michelle Pfeiffer zeigen, was sie drauf hat. In Hinblick auf die eher flache Handlung im Vorfeld, die angesichts des ernsten Finales völlig an Bedeutung verliert, überrascht der Showdown zwar, aber er fügt sich eben auch nicht mit dem bisherigen Film zusammen. Es wirkt fast so, als wäre eine unbedeutende Handlung, die nicht entschieden ernst aber auch nicht zu klamaukig sein wollte, weitergesponnen wurde, bis es Zeit für das Paukenschlag-Ende geworden ist. Ein gutes Ende allein sorgt aber noch nicht für einen guten Film. Der ist einfach zu unentschieden in seiner Ausrichtung und lässt unterschiedlichste Handlungsstränge nebeneinander laufen, ohne auf einen klaren Aufbau zu achten. Das reicht vom Leid der pubertierenden Teenager im Schulalltag und der ersten großen Liebe bis hin zum verbissenen Kampf um klares Wasser aus den Leitungen. Das alles bekommt Besson nicht unter einen Hut und versäumt es, einen richtig pointierten und gradlinigen Film zu drehen.

2.5 Sterne

Kinostart: 21. November 2013

Trailer:

Copyright Poster + Trailer: Universum Film

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