Film | Sein letztes Rennen (Kritik + Trailer)

10. Oktober 2013

Sein letztes Rennen Poster

Handlung: Paul Averhoff war einst ein gefeierter Sportler: In den 50er Jahren machte er sich als herausragender Marathonläufer-Läufer einen Namen und holte sich in einem spannenden Schlussspurt sogar die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Inzwischen ist Averhoff jenseits der 70 und der Ruhm ist verblasst. Stattdessen müssen er und seine Frau Margot der Tatsache ins Auge blicken, dass sie nicht mehr ohne Hilfe in ihrem großen Haus leben können. Ihre Tochter beschließt, dass sie im Altenheim am besten aufgehoben sind. Doch vor allem Paul hadert mit dem eintönigen, seichten Alltag dort und eines Tages packt ihn neuer Ehrgeiz: Er zieht seine Laufschuhe an und trainiert mit dem Ziel, beim Berlin-Marathon mitzulaufen. Nachdem er zunächst von den anderen Heimbewohnern für dieses Vorhaben belächelt wird, weckt er langsam auch in ihnen neue Lebensgeister. Seine Frau trainiert ihn schließlich und zum Ärger der Heimleitung reißt er die übrigen Senioren mit seinem Tatendrang mit. Doch dann erhält Margot eine schreckliche Diagnose.

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Film | 360 (Kritik + Trailer)

16. August 2012

360 poster

Handlung: Michael Daly hat geschäftlich in Wien zu tun. Für den Abend bestellt er sich eine Frau vom Escortservice in ein Hotel. Doch kurz bevor es zum Aufeinandertreffen kommt, wird Michael abgehalten, da er Geschäftspartnern begegnet und sich nicht verraten will – immerhin ist er verheiratet und hat ein Kind. Diese Wendung hat im Folgenden Einfluss auf das Leben vieler anderer Menschen: Michaels Frau Rose beendet wegen seines liebevollen Anrufs ihre Affäre mit dem brasilianischen Fotografen Rui. Der hingegen verpasst durch sein letztes Techtel-Mechtel, wie seine Freundin ihn verlässt. Die lernt bei ihrer Rückreise in die Heimat neue Menschen kennen. Dabei ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie sich begibt. Unterdessen wird ein wohlhabener Gangsterboss auf Mirka aufmerksam, die Prostituierte, mit der Michael ursprünglich schlafen wollte. Als sie sein Geld sieht, wittert sie die große Chance auf ein neues Leben im Luxus.

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Film | Precious – Das Leben ist kostbar (Kritik)

30. Januar 2010

Filmplakat Precious

Handlung: Ein Leben voller Hass und Gewalt – die 16-jährige Claireece Jones, genannt Precious kennt es gar nicht anders. Aufgewachsen in dem verarmten Viertel Harlem lebt sie zusammen mit ihrer Mutter auf engstem Raum. Von der darf sie sich nichts außer Beschimpfungen und Demütigungen anhören. Außerdem ist Precious zum zweiten Mal schwanger – nicht etwa von einem Jungen mit dem sie die erste große Liebe erlebt, sondern vom ihrem eigenen Vater, der das Mädchen regelmäßig vergewaltigt. Precious ist nicht dumm, aber hat trotz Schulbesuchen nie Schreiben und Lesen gelernt. Ihr starkes Übergewicht lässt sie zu einer Außenseiterin werden, die auf Anfeindungen reagiert wie sie es anders nicht kennt: Mit Aggressionen und Gewalt. Wann immer es geht flüchtet der Teenager sich in bunte Tagträume, in denen sie all das Glück erfährt, von dem sie in der Realität so weit entfernt ist. Als die Schulleiterin erkennt, dass Precious Analphabetin ist und noch dazu wieder schwanger, schickt sie sie zu einer Sonderschule, in der das Mädchen in einer kleinen Klasse mit Gleichgesinnten, ganz von vorne anfängt. Während sie sich in dieser außergewöhnlichen Gruppe langsam einfindet und immer mehr Vertrauen zu ihrer neuen Lehrerin fasst, werden die Probleme daheim immer größer. Die Mutter scheint ihr den neuen Weg zu missgönnen und tut alles, damit ihre Tochter sich nicht zu sehr weiter entwickelt und von ihr löst. Als Precious schließlich ihr zweites Kind zu Welt bringt, wünscht sie sich nichts sehnlicher als ein ruhiges und glückliches Leben zu führen. Nicht nur für sich, sondern für ihr Baby. Doch der Ausstieg aus dem bisherigen Leben ist gar nicht so einfach wie gehofft…

Kritik: Manchmal schaut man Filme die sind so rosarot und zuckersüß, dass man den eigenen Alltag vergisst und sich für eine gewisse Zeit entführen lässt: Egal wie kitschig oder unrealistisch das alles ist, denn ab und zu tut so was einfach gut. Aber dann gibt es auch schon mal Filme, die sind so hart und schonungslos, dass man sich zwischendurch wünscht, wieder in seinen Alltag zurückzukommen, da der um so vieles besser ist als das, was einem auf der Leinwand gezeigt wird. Zur letzteren Gattung muss man eindeutig den Film „Precious – Das Leben ist kostbar“ zählen, der auf dem Roman „Push“ von der afroamerikanischen Autorin Sapphire beruht. Schonungslos und fast ohne Aussparungen taucht der Zuschauer in das harte Leben von Precious ein und erlebt all ihre Enttäuschungen und Entbehrungen mit.
In hartem Kontrast dazu stehen die bunten, lauten und schrillen Traumsequenzen, in die sich das Mädchen gelegentlich flüchtet. Fotomotive sprechen, auf den Wänden flimmern Filmausschnitte und vor der Tür wartet der smarte Typ mit seinem Motorrad um Precious in ein glückliches Leben mitzunehmen. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Die Mutter – grandios gespielt von Mo´Nique, die vorher eigentlich Comedyspezialistin war – erträgt ihre Anwesenheit kaum und demütigt sie, wo sie nur kann. Ein bitteres Bild von der Unterschicht in einem der ärmsten Stadtteile von New York. Doch im Film gibt es auch Hoffnung und Mut zu Veränderungen. So findet Precious, trotz starkem Übergewicht, Verschwiegenheit und Analphabetismus in der neuen Förderschule endlich Freunde und in der Lehrerin Ms. Rain eine Vertraute. Langsam wird ihr klar, dass sie nicht so wertlos ist, wie ihre Mutter sie immer glauben macht. Aber die größte Wende bringt die Geburt ihres zweiten Kindes, für das sie alles geben und dem sie ein besseres Leben ermöglichen will. In dieser Konstellation rückt der Ausbruch aus Gewalt und Hoffnungslosigkeit immer näher.
Der Film wirft damit auch einen kritischen Blick auf das soziale Geflecht der USA. Wohlfahrt, Sozialamt oder andere behördliche Stellen: Sie alle können die Einzelschicksale kaum überblicken und scheitern meist dabei, den Menschen wirklich zu helfen. Über gelegentliche Pflichtbesuche mit standardisierten Fragen gehen diese Maßnahmen nämlich kaum hinaus. Eine Ausnahme bildet die Sozialarbeiterin Mrs. Weiss – überraschend gut dargestellt von einer ungeschminkten Mariah Carey – die Precious zuhört und Glauben schenkt. Ein Lichtblick nicht nur für den überforderten Teenager, sondern auch für den stark geforderten Zuschauer.
„Precious“ ist kein Unterhaltungsfilm für einen netten Abend, sondern ein harter Brocken, bei dem es schon mal weh tut hinzugucken. Doch auch solche Darstellungen gehören zu der Gesellschaft in der wir leben. Es ist eben nicht alles rosarot, sondern manche Dinge sind das erschreckende Gegenteil. Das Milieudrama schafft es mit den guten schauspielerischen Leistungen und einer in jeder Hinsicht ungeschminkten Realität fast durchgehend zu fesseln. Manchmal fragt man sich: Ist es ein Klischee? Ist es eine Übertreibung? Oder ist es die harte Realität? Vielleicht ist es ganz gut, dass man diese Frage nicht klar beantworten kann. Die Botschaft über all dem lautet; dass jeder Mensch etwas wert ist und es immer einen Grund gibt für seine Rechte und ein gutes Leben zu kämpfen. Precious nimmt den Kampf auf, hat es nicht leicht dabei und macht auch den ein oder anderen Rückschritt. Aber sie bleibt dennoch dran und das erscheint bewundernswert unter den Bedingungen denen sie sich gegenüber sieht. Als Zuschauer kommt sich mit seinen Problemen auf jeden Fall schrecklich albern vor, wenn man aus diesem Filmereignis wieder herauskommt.

Fazit: So viele Tabuthemen wurden in einem us-amerikanischen Film selten verarbeitet. Mit hervorragenden Darstellern und einer dramatischen Geschichte um eine 16-jährige aus dem Armenviertel Harlem schafft es „Precious“ zu einer fast schon erschreckenden Intensität. Als Fan von kritischen und ungeschönten Filmen sollte man diesen heißen Oscaranwärter nicht verpassen, auch wenn es kein Spaziergang wird, sich diesen Film in all seiner Härte anzusehen.

Precious – Das Leben ist kostbar startet am 25. März in ausgewählten deutschen Kinos.

4 Sterne

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Film | Ein russischer Sommer (Kritik)

28. Januar 2010

Handlung: Der erfolgreiche russische Schriftsteller Lew Tolstoi will seinen verdienten Lebensabend auf seinem Landgut in Jasnaja Poljana verbringen. Doch mit Ruhe und Entspannung hat das wenig zu tun. Der überzeugte Tolstoianer Wladimir Tschertkow versucht den alternden Mann zu überzeugen, sein Lebenswerk dem russischen Volk zu vermachen. Tolstois temperamentvolle Frau Sofia geht bei diesem Thema auf die Barrikaden, denn sie will nicht zulassen dass ihr Mann, für den sie in 48 Ehejahren alles gegeben hat, sie und die Kinder in seinem Testament völlig außer Acht lässt. In diesen erbitterten Kampf gerät der junge Dichter Walentin Bulgakow hinein. Wird er zunächst von Tschertkow beauftragt Tolstoi unter die Arme zu greifen und Sofia gleichzeitig im Auge zu behalten, sieht auch die bald einen Verbündeten in dem jungen, unbeholfenen Mann. So bemüht sich Bulgakow redlich allen Seiten gerecht zu werden, und gerät daneben in eigene Gefühlswirren. Im Lager der Tolstoianer lernt er die offenherzige Mascha kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Die Konflikte zwischen Tolstoi uns seiner Frau spitzen sich weiter zu als Tschertkow aus seinem verhängten Hausarrest entlassen wird und wieder auf das Landgut kommen kann. Während der extreme Tolstoianer und die zielstrebige Sofia um das Vermächtnis von Tolstoi kämpfen, fühlt sich der gefeierte Schriftsteller immer unwohler. Bis er eine Entscheidung trifft: Über Nacht verlässt er seine Frau und das Gut um seine letzten Jahre in Einsamkeit verleben zu können. Doch die willensstarke Sofia gibt nicht auf, wenn es um ihren geliebten Mann geht.

Kritik: Lew Nikolajewitsch Tolstoi war nicht nur Schriftsteller, sondern hatte auch eine Reihe von Anliegen um das gesellschaftliche Leben zu verbessern. So hatte er beispielsweise reformpädagogische Bestrebungen im Sinn, bei der die Erziehung an die kindlichen Persönlichkeiten angepasst werden soll. Er setzte sich darüber hinaus für ein Leben ohne private Besitztümer ein, war gegen das Rauchen, Alkohol, die Jagd und eine ausschweifende Sexualität. In Michael Hoffmanns Verfilmung des letzten Sommers von Tolstoi erlebt der Zuschauer diesen als einen stark gealterten aber nach wie vor populären Schriftsteller. Vielleicht liegt es an diesem Umstand, vielleicht auch an der biografischen Romanvorlage „Tolstois letztes Jahr“, aber Tolstoi selbst ist hier gar nicht der Repräsentant seiner Überzeugungen. Stattdessen werden Tolstoianer zum Sprachrohr, allen voran Tschertkow, der alles daran setzt die Werke für das russische Volk zu sichern. Der Schriftsteller selbst schaut hier eher auf sein Lebenswerk und seinen Einfluss auf andere Menschen zurück, anstatt es zu untermauern. Dadurch wird Tolstoi etwas zu blass gezeichnet und entwickelt sich eher zum manipulierbaren Spielball zwischen der emotionalen Ehefrau und dem herrischen Tschertkow. Vielleicht war das genau der Konflikt, der Tolstoi die letzten Jahre seines Leben umtrieb, aber beim Film bekommt man dennoch das Gefühl, dass ihm diese Darstellung nicht ganz gerecht wird. Darsteller Christopher Plummer überzeugt trotz dieses Mankos in dieser Rolle. Oskarpreisträgerin Helen Mirren sticht mit ihrer gefühlvollen Inszenierung der kämpferischen Ehefrau Sofia besonders aus dem Cast heraus.
Jungschauspieler James McAvoy gibt den unerfahrenen Walentin überzeugend, kann als oft unentschlossener und zwischen den Stühlen sitzender Bewunderer aber ebenfalls keine Glanzrolle spielen. Seine ersten Liebeserfahrungen stehen in einem gelungenen Kontrast zu der seit Jahrzehnten währenden Liebe zwischen Tolstoi und seiner Frau.

Tolstois zwischenmenschliche Beziehungen stehen in der Handlung klar im Vordergrund. Während er in Erinnerungen an sein Leben schwelgt, zeigt sich kaum eine Verbindung zu dem, was die erklärten Tolstoianer unweit entfernt Tag für Tag zelebrieren. Genau das führt auch zu einigen Fragezeichen: Würde Tolstoi falsch verstanden, hat sich seine Überzeugung von Gesellschaft, Leben und Religion zu stark verselbstständigt oder ist dem müden, alten Mann das Lebenswerk immer mehr aus den Händen geglitten? Tolstoi-Kenner wissen die Antwort vielleicht, aber bei einem nicht ganz so mit Vorwissen beseelten Zuschauer, führt diese Darstellung möglicherweise zu einigen Verwirrungen.
Abgesehen davon ist „Ein russischer Sommer“ ein Drama, das vor allem gegen Ende punkten kann. Die guten bis herausragenden Darsteller bringen emotionalen Genuss und der Sprung 100 Jahre in die Vergangenheit ist durchaus gelungen. Dennoch fragt man sich als Zuschauer was dieser Film genau vermitteln soll. Denn ein eindrucksvolles Bild des großen Literaten Tolstoi entsteht nicht. Geht es um die Bürde des Alters, um die Liebe, um das was übrig bleibt wenn das Lebenswerk fast vollendet ist oder den zu großen Erfolg eines Autors, der ihm beinahe zum Verhängnis wird? Es ist schwer entscheidbar, aber für Literaturkenner und Fans von biografischen Dramen wird dieser Film sicher ein paar interessante Einblicke geben.

Fazit: Ein bewegender Blick in die letzten Lebensmonate des weltberühmten Schriftstellers Tolstois mit überzeugender schauspielerischer Leistung. Dabei wirft der Film einen Blick auf diese Persönlichkeit, der nicht ganz unproblematisch ist. Als alter Mann, der sich vielfach beeinflusst sieht und seine eigenen Ideale kaum vertritt, bleibt er doch ein etwas blasser Charakter. Die Botschaft dieses Filmes steckt daher zu sehr im Verborgenen.

Ein russischer Sommer läuft seit dem 28. Januar in den deutschen Lichtspielhäusern.

3 Sterne

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Film | Gegen jeden Zweifel (Kritik)

24. Januar 2010

Handlung: Der junge C.J. ist ein aufstrebender Fernsehjournalist. Mit seiner Dokumentation über eine drogenabhängige Schwarze, die unentdeckt ein Kind zur Welt bringt, gewann er einen begehrten Nachwuchspreis. Das brachte ihn zwar raus aus der Provinz, zu einem bekannten Fernsehsender, doch das reicht dem ehrgeizigen Mann noch nicht. Die Berichte und Reportagen über günstigen Kaffee und den neusten Hundewettbewerb langweilen ihn und seinen Kollegen, den Kameraassistenten Corey. Daher plant C.J. den großen, Ruhm und Erfolg bringenden Coup. Er will dem überheblichen Anwalt Hunter nachweisen, dass er forensische Beweise im Gerichtsverfahren fälscht, um Angeklagte, deren Schuld eigentlich nicht vollständig beweisbar ist, hinter Gittern zu bringen. Dieser Methode soll es Hunter zu verdanken haben, dass er schon seit 17 Gerichtsverhandlungen „ungeschlagen“ und dadurch zum umjubelten Staranwalt aufgestiegen ist. Sogar als nächster Gouverneur ist er im Gespräch. C.J. hat einige Prozesse mitverfolgt und ist sich ganz sicher, dass Hunter die entscheidenden Beweise fälscht. Nachwuchsanwältin Ella ist Hunters Schützling und besorgt C.J. wertvolles Informationsmaterial zu den Fällen ihres Bosses. Doch der Chefredakteur schenkt C.J. keinen Glauben und will von den schwerwiegenden Vorwürfen nichts hören, geschweige denn eine Story dazu machen. So schmiedet C.J. einen gefährlichen Plan: Er gibt sich als Täter eines Mordes an einer Prostituierten aus, indem er gezielt Verbindungen zu sie sich herstellt, die aber noch keine klaren Beweise sind: Das gleiche Outfit wie der Täter, das gleiche Messer, ein entsprechender Hundebiss am Bein. Das alles lässt er von Corey filmen, der bei der Sache mitmacht. Nachdem C.J. einen Köder für die Polizei ausgelegt hat, geht alles ganz schnell: Er wird verhaftet und für den Mord an der Prostituierten angeklagt. Seine Schuld muss niemand geringeres als Hunter beweisen.

Kritik: Originelle Geschichten sind es, die einen Film oftmals ausmachen. Aber sind sie auch ein Garant für einen rundherum gelungenen Streifen? Wie „Gegen jeden Zweifel“ beweist ist das wohl nicht so, und das obwohl es sich diesem Fall sogar um eine Zweitverwertung handelt. Denn das Ganze ist ein Remake des gleichnamigen Justizthrillers von 1965. Mit moderneren Mitteln für Aufklärung von Straftaten versucht dieser Film in die heutige Zeit zu passen, aber leider bleibt offen welchen Anspruch er dabei erhebt. Altstar und Könner Michael Douglas lässt mit seiner Präsenz auf einen hochkarätigen Justizthriller hoffen, die Jungstars Jesse Metcalfe, Amer Tamblyn und Joel Moore agieren aber eher, wie in einem zweitklassigen Teeniefilm. Obwohl die Handlung in ihren Grundzügen durchaus spannend und interessant ist, rutscht die Darstellung zeitweise ins Absurde oder Alberne an. Gute Beispiele dafür sind eine nervige Verfolgungsjagd in einer Tiefgarage und der merkwürdige Schlussdialog, der einen allzu bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Auch die Schnitte und Kameraführungen wirken des Öfteren etwas unbeholfen und lieblos. Diese Stolpersteine verderben dem Zuschauer einen runden Filmgenuss. Der Regisseur wollte in diesen Film wohl für alle etwas einbringen: Liebe, Herzschmerz, Action, Drama und Thriller – und das alles auch noch ansprechend für junge Zuschauer (dazu die jugendlichen, frechen und verliebten Darsteller) und ebenso für den anspruchsvollen Kinogänger, der sich dank Michael Douglas gut aufgehoben fühlen soll. Dass so ein Mix aber auch problematisch sein kann, zeigt sich immer mal wieder: Nicht alles passt zusammen und manchmal weiß man nicht, ob man lachen, weinen oder Angst bekommen soll. „Gegen jeden Zweifel“ hat durchaus Potential einen spannenden Kinoabend zu gestalten, aber völlig ohne Abzüge bleibt dieser Kinobesuch nicht. Dazu gibt es einfach zu viele Ungereimtheiten und Kontraste, die den Film unausgewogen erscheinen lassen. Wer die Original-Geschichte nicht kennt, wird den Streifen wahrscheinlich mit einem brauchbaren Maß an Interesse verfolgen und im Großen und Ganzen unterhalten werden. Wer aber eine durchstrukturierte und runde Handlung mit viel Raffinesse und Gefühl für die entsprechende visuelle Darstellung erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht aus diesem Film heraus kommen.

Fazit: Eine gute Grundgeschichte wird leider überschattet von einigen Mängeln: Zu wenig packendes Justizdrama und zuviel Teeniethriller mit zum Teil mißglückten Szenen und Kameraführungen. Daher nur eingeschränkt zu empfehlen.

Gegen jeden Zweifel startet am 04. Februar in den deutschen Kinos

2.5 Sterne

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