Film | Plastic Planet (Kritik)

30. April 2010

Filmposter Plastic Planet

Handlung: Es gab die Steinzeit, die Bronzezeit und Eisenzeit –alle drei Perioden wurden nach dem Material benannt, aus dem der Mensch in der jeweiligen Zeit die meisten Werkzeuge hergestellt hat. Heute sind wir wieder in einer solchen kennzeichnenden Periode und der Dokumentarfilmer Werner Boote nennt sie die Plastikzeit und geht diesem Phänomen einmal kritisch auf den Grund. Denn den meisten Menschen ist gar nicht klar, wie stark Plastikprodukte sie umgeben und wie häufig sie damit in Kontakt kommen. Gefertigt aus Rohöl und nach geheimen Verfahren entstehen Produkte von denen keiner weiß, wie gefährlich die Inhaltsstoffe sind. Erst in jüngster Zeit haben unabhängige Tests ergeben, dass viele Plastikstoffe wie Polycarbonat oder Polyvinylchlorid eine schädliche Wirkung auf den Menschen haben können – und das auf erschreckend vielfältige Weise. Regisseur Boote reist um die ganze Welt um zu ergründen, welchen Einfluss Plastik auf die Menschen hat. Egal ob in den USA, Japan oder Indien: Überall auf der Welt haben Familien ihren Haushalt voll von diesem Material und nutzen es ständig. Die Konzerne, die mit der Produktion von Plastik als Rohstoff oder Gebrauchsgegenständen aus Plastik jedes Jahr Milliardenumsätze machen zeigen sich unzugänglich für die kritischen Stimmen, zu denen sich Werner Boote ebenfalls zählt.

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Meine Woche: 2 Michaels im Kino, Shopping-Frust und Bahndebakel

13. November 2009

Diese Woche trieb es mich immerhin zweimal ins Kino – allerdings beide Male in Dokumentationen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. In „Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte“ knöpft sich Michael Moore die Größten seines Landes vor, die seiner Meinung nach (und der hiesigen, befragten Experten) für den jüngsten Finanzzusammenbruch mitverantwortlich sind. In „This is it“ hingegen können Fans einen Blick auf die Tourneeproben von Michael Jackson, kurz vor seinem Tod, werfen.  Beide Filme schaute ich mit gemischten Gefühlen, aber als Fan des King of Pop, ging mir letztgenannter Film natürlich um einiges näher.
Zum Heulen war mir an dem Abend aber wegen etwas anderem zumute: Der Deutschen Bahn nämlich, die mich soviel Geduld wie noch nie kostete – dabei habe ich bei meinen unzähligen Bahnfahrten schon so einiges erlebt.  Erstmal mußte ich an der S-Bahn-Haltestelle 1 Stunde auf eine Bahn warten. Durchsage dazu – Fehlanzeige (und von digitalen oder sonstigen Anzeigetafeln sind wir wohl noch weit entfernt in betreffender Gegend). Erst eine Info aus dem Internet offenbarte zumindest, dass die S-Bahn eine Reihe von Bahnhöfen zur Zeit nicht anfuhr, sondern lediglich vorbeibrauste. Keiner wußte warum, nach all der Zeit endlich in einer warmen Bahn sitzend, entdeckte ich noch Polizei und Absperrband an der nächsten Haltestelle, aber alles weitere blieb für mich im Verborgenen.
1 Stunde später als geplant traf ich also am Hauptbahnhof ein und erreichte so nur noch den letzten Regionalexpress an diesem späten Abend, der zu meinem Wunschziel fuhr. Jetzt wird alles gut dachte ich, aber weit gefehlt. Denn 1 Station vor meinem Ziel fuhr der Zug nicht weiter und wenig später ertönte die Durchsage: `Wegen Streckensperrung verzögert sich die Abfahrt dieses Zuges auf unbestimmte Zeit.´ Ich konnte mein Pech nicht fassen und geduldete mich zunächst noch brav mit der Lektüre eines Buches, der Zeitung oder aus dem Fenster schauen. Später kamen noch Gespräche mit den wenigen Fahrgästen zustande, voller Hoffnung dass es endlich weitergeht.
Erst nach 1,5 Stunden und ohne jegliche erklärende oder entschuldigende Durchsage konnte die Fahrt endlich fortgesetzt werden. Anstatt gegen 23 Uhr fand ich so erst um 2 Uhr den Weg nach Hause und geradewegs ins Bett.
Auch eine Shopping-Tour konnte dieses Erlebnis nicht wieder gutmachen, denn im gähnend leeren Einkaufscenter waren die modischen Schnäppchen dünn gesät. Da sich die Geschäfte noch nicht ganz einig waren ob noch Herbst oder schon vorweihnachtliche Stimmung herrschte, bekam ich an dem Tag reich geschmückte Christbäume  und herbstliche Drachen und Blätterdeko gleichermaßen zu sehen. Immerhin war das abwechslungsreich und spiegelte die momentane Lage ganz gut wieder:
Morgens regnet es in Strömen, am Nachmittag scheint wieder die Sonne, ähnlich wechselt im Laufe des Tages die Stimmung. Wer erst noch zufrieden im Kinosessel MJs letzten Live-Gesängen lauscht, kann wenige Stunden später schon höchst genervt in einem Zug festsitzen, der 1 1/2 Stunden eine unerklärliche Zwangspause einlegt. That´s life, oder wie ich vor dem Hintergrund wohl  treffender sagen muss: This is it.