Meine Woche: 2 Michaels im Kino, Shopping-Frust und Bahndebakel

13. November 2009

Diese Woche trieb es mich immerhin zweimal ins Kino – allerdings beide Male in Dokumentationen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. In „Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte“ knöpft sich Michael Moore die Größten seines Landes vor, die seiner Meinung nach (und der hiesigen, befragten Experten) für den jüngsten Finanzzusammenbruch mitverantwortlich sind. In „This is it“ hingegen können Fans einen Blick auf die Tourneeproben von Michael Jackson, kurz vor seinem Tod, werfen.  Beide Filme schaute ich mit gemischten Gefühlen, aber als Fan des King of Pop, ging mir letztgenannter Film natürlich um einiges näher.
Zum Heulen war mir an dem Abend aber wegen etwas anderem zumute: Der Deutschen Bahn nämlich, die mich soviel Geduld wie noch nie kostete – dabei habe ich bei meinen unzähligen Bahnfahrten schon so einiges erlebt.  Erstmal mußte ich an der S-Bahn-Haltestelle 1 Stunde auf eine Bahn warten. Durchsage dazu – Fehlanzeige (und von digitalen oder sonstigen Anzeigetafeln sind wir wohl noch weit entfernt in betreffender Gegend). Erst eine Info aus dem Internet offenbarte zumindest, dass die S-Bahn eine Reihe von Bahnhöfen zur Zeit nicht anfuhr, sondern lediglich vorbeibrauste. Keiner wußte warum, nach all der Zeit endlich in einer warmen Bahn sitzend, entdeckte ich noch Polizei und Absperrband an der nächsten Haltestelle, aber alles weitere blieb für mich im Verborgenen.
1 Stunde später als geplant traf ich also am Hauptbahnhof ein und erreichte so nur noch den letzten Regionalexpress an diesem späten Abend, der zu meinem Wunschziel fuhr. Jetzt wird alles gut dachte ich, aber weit gefehlt. Denn 1 Station vor meinem Ziel fuhr der Zug nicht weiter und wenig später ertönte die Durchsage: `Wegen Streckensperrung verzögert sich die Abfahrt dieses Zuges auf unbestimmte Zeit.´ Ich konnte mein Pech nicht fassen und geduldete mich zunächst noch brav mit der Lektüre eines Buches, der Zeitung oder aus dem Fenster schauen. Später kamen noch Gespräche mit den wenigen Fahrgästen zustande, voller Hoffnung dass es endlich weitergeht.
Erst nach 1,5 Stunden und ohne jegliche erklärende oder entschuldigende Durchsage konnte die Fahrt endlich fortgesetzt werden. Anstatt gegen 23 Uhr fand ich so erst um 2 Uhr den Weg nach Hause und geradewegs ins Bett.
Auch eine Shopping-Tour konnte dieses Erlebnis nicht wieder gutmachen, denn im gähnend leeren Einkaufscenter waren die modischen Schnäppchen dünn gesät. Da sich die Geschäfte noch nicht ganz einig waren ob noch Herbst oder schon vorweihnachtliche Stimmung herrschte, bekam ich an dem Tag reich geschmückte Christbäume  und herbstliche Drachen und Blätterdeko gleichermaßen zu sehen. Immerhin war das abwechslungsreich und spiegelte die momentane Lage ganz gut wieder:
Morgens regnet es in Strömen, am Nachmittag scheint wieder die Sonne, ähnlich wechselt im Laufe des Tages die Stimmung. Wer erst noch zufrieden im Kinosessel MJs letzten Live-Gesängen lauscht, kann wenige Stunden später schon höchst genervt in einem Zug festsitzen, der 1 1/2 Stunden eine unerklärliche Zwangspause einlegt. That´s life, oder wie ich vor dem Hintergrund wohl  treffender sagen muss: This is it.


Die Bahn kommt…irgendwann…vielleicht…

9. Oktober 2009

Wer kennt das nicht? Man steht morgens auf dem Bahnsteig, hat etwas vor zu dem man eigentlich auch pünktlich kommen will, aber was taucht einfach nicht auf? Richtig, die Bahn. Zunächst sind es harmlose und verkraftbare 5 Minuten, um die sich der Regionalexpress verspäten soll. Als die um sind werden daraus glatt mal 15 Minuten und letztlich sind es stolze 20 Minuten. Bei der S-Bahn würde das schon den Ausfall der Bahn bedeuten, da die Nächste nachrückt. So aber nicht beim stündlich fahrenden RE: Auf den kann man noch hoffen. Als er tatsächlich einfährt fehlt zwar jede Erklärung für die Verspätung, aber dafür bereichert eine schöne Mikro-Durchsage die Anwesenden. „Leider verschiebt sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit.“ Warum hab ich durch das Gegröle und Geraschel der fidelen Schulklasse im Waggon nicht mitbekommen. Nachdem sich nichts tut ziehe ich um – in ein ruhigeres, aber darum auch wesentlich deprimierenderes Abteil. Irgendwann wird die Durchsage wiederholt: Keine Weiterfahrt – nun erfahre ich auch warum – wegen Personenschaden im Gleis. Oh nein! Zum Glück habe ich eh noch zu tun und flüchte mich in Schreibarbeit. Dazu sehe ich ratlose Fahrgäste (zum gegenwärtigen Zeitpunkt wohl eher nur Sitz- oder Wartgäste) aus- und doch wieder einsteigen und langsam kommen schon Leute aufs Gleis, die eigentlich den Regio nehmen wollten, der erst 1 Stunde nach meinem kommen sollte. Doch dann plötzlich die Durchsage: „Unsere Fahrt wird in ziemlich genau 30 Sekunden weitergehen.“ Kaum zu fassen – plötzlich eine so genaue Zeitangabe war fast schon sarkastisch zu verstehen. Noch ein paar – noch nie dagewesene – Türblockierer und dann konnte die Fahrt endlich beginnen – mit 50 Minuten Verspätung. Zum Glück hatte ich keinen wichtigen Termin, aber ich hatte dennoch schon wesentlich bessere Starts in den Tag.